Anleihen

Anleihen: Keine Wiederholung der Geschichte, aber Parallelen

By Douglas J. Peebles 03. Februar 2014

Irgendwann wird die Fed anfangen, die Zinsen zu erhöhen. ACMBernstein geht jedoch nicht davon aus, dass Anleihen dann wieder eine so unschöne Entwicklung durchmachen werden wie 1981 oder 1994. Für wahrscheinlicher halten wir Parallelen zu den Jahren 2003 bis 2006, als sich die Zinsen allmählich normalisierten. Trotzdem wird nicht alles genauso verlaufen wie damals: Wir sehen einige wichtige Unterschiede, die heutige Anleger berücksichtigen sollten.

Die schlechte Nachricht

Derzeit befinden wir uns in einem späteren Stadium des Kreditzyklus’ als im Juni 2003, als sich die High-Yield-Märkte nach den konjunkturbedingten Spread-Höchstständen von Ende 2002 rasch erholten. Heute haben High Yields bereits mehrere Jahre mit einer insgesamt sehr guten Performance hinter sich. Die Spreads könnten zwar noch etwas enger werden, eine so starke Verengung wie in den Jahren 2003 bis 2006 ist aber nicht wahrscheinlich.

Vor allem für besonders renditeinteressierte Anleger sollte die jüngere Vergangenheit ein warnendes Beispiel sein: Bis Juni 2007 hatten die Spreads von High-Yield-Papieren einen Rekordtiefstand von rund 240 Basispunkten erreicht; die Volatilität war niedrig, Handelsvolumen und Emissionsaktivität hoch, und selbst emittentenfreundliche Strukturen sowie mäßige Qualität wurden am Markt problemlos akzeptiert. Kurz darauf aber ließ die weltweite Finanzkrise den Unternehmensanleihenmarkt einbrechen: Liquidität und Emissionen verschwanden, die Spreads von US-Hochzinsanleihen explodierten und stiegen bis Herbst 2008 auf fast 2000 Basispunkte.

Heute werden mindestens so viele CCC-Anleihen begeben wie in den besten Jahren – so viele wie zuletzt 2006 und 2007. Insgesamt sehen wir bei Unternehmensanleihen also durchaus noch Chancen. Aber es kommt entscheidend darauf an, selektiv vorzugehen und sich nicht von hohen Renditen blenden zu lassen.

Die gute Nachricht

Die US-Zinskurve ist derzeit extrem steil, insbesondere im mittleren und langen Laufzeitenbereich. Auch im Juni 2003 war sie (mit etwa 2% Unterschied) bereits steil – damals lag die Rendite von zehnjährigen US-Treasurys über 3%, die von zweijährigen bei rund 1%. Heute ist der Spread zwischen zwei- und zehnjährigen Papieren mit mehr als 2,5% noch größer. Und auch die Creditspread-Kurve ist steil. Zugleich sind auch die Renditeunterschiede zwischen Staats- und Unternehmensanleihen sehr groß. Mit anderen Worten: Wir sehen attraktive Chancen, und ganz entscheidend kommt es auf die richtige Positionierung auf der Zinskurve an.

Alles in allem scheint die Entwicklung Mitte der 2000er Jahre gute Hinweise darauf zu geben, wie es Anleihen in den kommenden Monaten und Jahren ergehen könnte. Die Renditen von Investment-Grade- und High-Yield-Anleihen dürften zwar etwas mäßiger ausfallen, so schlimm wie 1994 wird es aber wohl nicht werden – und schon gar nicht so katastrophal wie in den frühen 1980er Jahren.

Was sollten Anleger berücksichtigen? Die wichtigste Botschaft lautet: Keine Panik! Achten Sie aber auf Ihre Positionierung. Scheuen Sie nicht das Zinsrisiko, aber diversifizieren Sie und konzentrieren Sie sich auf das Laufzeitenmanagement. Mit Unternehmensanleihen können Sie Mehrwert erzielen und Ihre Risiken diversifizieren. Sie sollten dabei aber genau hinschauen und sich bei der Jagd nach Rendite etwas zurückhalten.

Übersetzung aus dem Englischen.

Die hier geäußerten Einschätzungen und Meinungen sind weder Analysen noch Investmentberatung oder Anlageempfehlungen. Sie geben nicht notwendigerweise die Ansichten aller Portfoliomanagementteams von AllianceBernstein wieder.

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