Anleihen

Wenn die Zinsen steigen: Geben Sie Unternehmen Kredit

By Douglas J. Peebles 06. August 2013

Nachdem die Anleihemärkte im letzten Quartal ins Trudeln geraten sind, versuchen viele Investoren in erster Linie eines: sich gegen steigende Zinsen zu schützen. Ein Weg, der sich in der Vergangenheit als wirksam erwiesen hat, sind Anlagen in Unternehmensanleihen und andere Credit-Strategien.

Unternehmensanleihen können sowohl Schutz als auch zusätzliche Chancen bieten, wenn an den Rentenmärkten eine neue Phase beginnt. Steigende Renditen sind nicht für alle Rentenmarktsegmente gleichermaßen ungünstig. Diese Unterschiede lassen sich nutzen, insbesondere mit High-Yield-Unternehmensanleihen.

Hochzinsanleihen entwickeln sich üblicherweise völlig anders als Staatsanleihen. Weil Investoren die Inflation, eine restriktivere Geldpolitik der Fed und allgemein steigende Zinsen fürchten, ist eine wachsende US-Wirtschaft für Staatspapiere tendenziell von Nachteil. High Yield hingegen entwickelt sich in einem solchen Umfeld in der Regel sehr gut.

Dies liegt daran, dass sich eine wachsende Wirtschaft günstig auf die Geschäftsaussichten der Emittenten auswirkt. Die Renditeaufschläge von High-Yield-Anleihen (ihre Spreads) verringern sich daher. Die High-Yield-Kurse ziehen an und machen so die Folgen der steigenden Staatsanleiherenditen wett. In der Regel gilt: Je weiter der Spread, desto weniger stark reagiert eine High-Yield-Anleihe auf steigende Staatsanleiherenditen.

Wenn die Fed die Geldpolitik gestrafft hat, sind die Kurse gestiegen

In der Vergangenheit ähnelte die Wertentwicklung von High Yield eher der von Aktien als der von Staatsanleihen. Bei steigenden Zinsen ist das von Vorteil. Die Abbildung unten zeigt, dass sich Hochzinsanleihen fast immer positiv entwickelt haben, wenn die Fed ihre Geldpolitik gestrafft hat.

Chart

Seit 1993 hat die Fed in sechs Kalenderjahren den Leitzins erhöht (graue Schraffur). In fünf dieser sechs Jahre haben Hochzinsanleihen positive Erträge erzielt – und überhaupt haben High Yield in 17 der letzten 20 Jahren Gewinne verbucht.

Viele Investoren fürchten vor allem Zahlungsausfälle. Unser Research ergibt aber, dass die Ausfallquoten niedrig bleiben (auf Englisch) dürften.

Coupons federn die Volatilität ab

Allerdings sollten High-Yield-Anleger mit einer erhöhten Volatilität rechnen. Die Kurse von Hochzinsanleihen schwanken üblicherweise erheblich stärker als die anderer Anleihearten – auch regelrechte Kurseinbrüche gibt es immer wieder. In sieben der letzten 20 Kalenderjahre sind die amerikanischen High-Yield-Kurse um mehr als 5% gefallen.

Die gute Nachricht ist aber, dass Hochzinsanleihen zugleich sehr widerstandsfähig sind. Mit nur einer Ausnahme haben sie sich von jeder dieser Schwächeperioden innerhalb von höchstens acht Monaten erholt. Dafür gibt es viele Gründe. Die beiden wichtigsten sind zusätzliche Erträge durch die Wiederanlage von Couponzahlungen und die Mittelzuflüsse vieler aktiver Investoren, die Abschwünge als günstige Markteinstiegschance sehen.

Stabilere Ergebnisse durch kürzere Laufzeiten

Einige Investoren wünschen ein Engagement in High Yield, aber mit weniger Volatilität. Für sie könnten kürzerlaufende Hochzinsanleihen sinnvoll sein. Die folgende Abbildung zeigt, dass man mit ein- bis fünfjährigen High-Yield-Anleihen 92% der Erträge des High-Yield-Gesamtmarkts erzielt hat (8,1 ggü. 8,8%), aber bei einer geringeren Volatilität. Und da die meisten Hochzinsanleihen Laufzeiten von zehn Jahren oder weniger haben, können Investoren aus einer Vielzahl von kurz- oder mittellang laufenden Emissionen wählen.

Chart

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass sich High-Yield-Anleihen bislang bei steigenden Zinsen sehr gut entwickelt haben. Außerdem waren sie dank ihrer geringen Korrelation mit anderen Anleihearten ein gutes Diversifikationsinstrument. Wer sich also auf steigende Zinsen vorbereiten will, sollte unseres Erachtens über High-Yield-Anleihen nachdenken.

Übersetzung aus dem Englischen.

Die hier geäußerten Einschätzungen und Meinungen sind weder Analysen noch Investmentberatung oder Anlageempfehlungen. Sie geben nicht notwendigerweise die Ansichten aller Portfoliomanagementteams von AllianceBernstein wider. Die Vergangenheitsperformance der in diesem Artikel genannten Assetklassen ist keine Garantie für zukünftige Ergebnisse. 

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